Space Science Journal wieder werbefrei

Für Bekanntmachungen, das Space Science Journal betreffend.

Space Science Journal wieder werbefrei

Beitragvon ssjredax » Mo 13. Dez 2010, 21:10

Das Space Science Journal ist wieder werbefrei.
Wie die Redaktion von Google informiert wurde, wurde das AdSense-Konto des SSJ gesperrt, da “ungültige Aktivitäten” registriert worden seien. Details wurden nicht genannt, um keine Hinweise auf die Art und Weise, wie die Auswertung zum Schutz gegen Klickbetrug funktioniert, zu geben.
Ein Schelm der Böses dabei denkt …
Als Folge habe ich damit begonnen, Code-Einträge, die für die Anforderung von Google-Werbung erforderlich sind, von den Webseiten des Journals zu entfernen.

Dies bedeutet effektiv, daß die bislang einzige Einnahmequelle des Journals wegfällt.

Tatsächlich weine ich Google nicht unbedingt eine Träne nach. Die Einnahmen waren eh immer ziemlich dürftig gewesen, selbst in den letzten zwei Jahren, wo die Zugriffszahlen des Journals deutlich gestiegen sind.
Wie ich immer zu sagen pflege: “Die einzigen, die mit Google-Werbung reich werden, sind Google selbst!”
Hauptsächlich habe ich das Konto eh nur wegen der besseren Zugriffsstatistik genutzt, nach der ich die Zugriffe auf bestimmte Seiten verfolgen konnte, die von echten Nutzern verursacht werden und nicht von Suchrobotern (deren Zugriffe bei der 1&1-Statistik mitgezählt werden). Das fällt jetzt weg.

Viele Leser des SSJ benutzen m. E. sowieso Werbeblocker und bekamen die Google-Anzeigen eh nicht zu sehen (ich denke, daß ich das jetzt auch tun werde). Und viele, die über Google Werbung betreiben, tun dies auch nicht gerade mit lauteren Absichten. Auf dem AdSense-Konto des SSJ habe ich bestimmt 15 bis 20 beworbene Domänen geblockt, da die Angebote auf diesen Seiten zumindest unseriös, wenn nicht sogar betrügerisch waren. Das reichte von Angeboten zum Kauf von Grundstücken auf dem Mond (was nach einer UN-Resolution aus dem Jahr 1983 -oder so- nicht erlaubt ist) bis hin zu Zusatzgeräten für’s Auto (z. B. wasserauto24.de), die meiner fachlichen Einschätzung als Ingenieur nichts weiter als ein Perpetuum Mobile darstellen (da das aus physikalischen Gründen nicht möglich ist, ist dieses Angebot ganz klar Betrug). Das wollte ich den Lesern des SSJ nicht zumuten, auch weil ich mich nicht dem Vorwurf aussetzen wollte, daß ausgerechnet auf unserer Seite, die den Anspruch hat, sachlich korrekt und verständlich zu informieren, für unseriöse Dinge geworben wird. Ich habe das sehr ernst genommen, und deshalb dafür gesorgt, das solche Anzeigen, soweit sie mir aufgefallen sind, nicht im SSJ geschaltet wurden.
Aber Google verdient nur, wenn die Werbeanzeigen ihrer AdWords-Kunden angezeigt und angeklickt werden, weshalb auch eine der “Optimierungsempfehlungen”, die ich bekommen habe, vorschlug, diese Domänen wieder zu entblocken, um so >>meine<< Einnahmen weiter zu steigern. Da Google die Seriösität dieser Angebote offenbar selbst nicht prüft, verdienen sie letztlich an diesen betrügerischen Angeboten mit, und es scheint ihnen auch ziemlich egal zu sein, da ja schließlich jeder selbst dafür verantwortlich ist, ob er etwas, das auf einer Seite, zu der der Google-Werbelink führt, kauft oder nicht, d.h. ob er sich verarschen läßt oder nicht. Leider erkennt so etwas meist nur ein Experte; der einfache Mann, der sich sein Geld mit harter Arbeit verdienen muß, besitzt üblicherweise nicht das akademische Wissen, um das durchschauen zu können. Beinahe täglich wird in den Medien über neue Betrugsmaschen im Internet berichtet, auf die viele Leute hereinfallen (z.B. bei heise.de). Deshalb war es für mich eine Selbstverständlichkeit und auch Ausdruck meines Verantwortungsbewußtseins, die Leser des SSJ vor solchen Anzeigen zu bewahren, wenn dies Google schon nicht tut.

Nichtsdestoweniger bleibt nun das Problem, daß solange sich keine andere (bessere) Geldquelle findet, wird das Space Science Journal weiterhin nicht über das Stadium eines Freizeitprojekt hinauskommen, und Updates werden weiterhin eher sporadisch erfolgen und auf bestimmt Ereignisse beschränkt bleiben. Möglicherweise wird das Projekt sogar ganz eingestellt. Der Arbeitsaufwand hat sich schon mit den Einnahmen aus der Google-Werbung kaum gerechnet und war eher als kleines Taschengeld anzusehen. Tage, an denen ich z. B. wegen der Berichterstattung für einen Shuttle-Start nicht gearbeitet habe, habe ich entsprechend von der Firma, für die arbeite, auch nicht bezahlt bekommen. Sowas macht man nur aus Spaß an der Freud’.
Da aber viele Leser des Journals speziell wegen unserer Berichterstattung zu den Shuttle-Missionen auf die Seite kommen, wird die Außerdienststellung der amerikanischen Raumfähren im nächsten Jahr für das Space Science Journal eine ebenso einschneidende Bedeutung haben, wie für die NASA. Insbesondere hatte ich gehofft, durch die kontinuierliche tägliche Berichterstattung zu den ISS-Missionen dieses zu erwartende Loch auffüllen zu können, doch die Zugriffe auf die Seiten der ISS-Expeditionsbesatzungen sind weit unter den Erwartungen geblieben, trotz der vielen Arbeit, die ich da hinein gesteckt habe.
Auf den Punkt gebracht heißt das: Sollte sich bis Mitte nächsten Jahres nichts an der gegenwärtigen Situation ändern, werde ich wohl eher dazu neigen, den Betrieb der Seite ganz einzustellen, da die übrigen Themen nicht genügend Leser anziehen, um den Aufwand weiter zu rechtfertigen.

Matthias Pätzold
Redakteur Space Science Journal
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